Kuhglocken


Treichel


Glocke

Treicheln und Schellen werden von Kühen, Ziegen und Schafen auf den Weiden und Alpen getragen. Im Herbst, wenn die Bauern von den Alpen ins Tal kommen, werden die Kühe mit grossen Glocken, Treicheln und Blumen reichlich geschmückt.

Weiter sind Kuhglocken als Ehrengaben an Schwingfesten, Geschenke bei Hochzeiten, Geburtstagen und anderen Anlässen sehr beliebt.

Schwingfest

Turner- und Sennenschwinger im
Kampf - Rigi-Schwinget/ Roman Koch

Das Schwingfest ist eine Sportart, die im Frühsommer bis in den Herbst an der freien Luft durchgeführt wird. Es handelt sich um ein beliebtes Volksfest mit traditioneller Musik, Jodelchören, Alphornbläsern, Fahnenschwingern und „Geisslenchlöpfer“ (Peitschenschwinger).

Das Schwingen ist eine andere Variante des Ringens, wobei zwei Männer in einem Ring aus Sägemehl gegeneinander antreten. 


Schwinger nach dem Kampf -
Rigi-Schwinget/ Roman Koch

Die meisten Schwinger tragen ein sogenanntes Sennenhemd (meist ein hellblaues Hemd ohne Kragen) und über der Hose eine kurze, aus Leinen angefertigte Schwinghose. Die beiden Kontrahenten greifen sich nun an dieser Hose und versuchen den Gegner durch das Anbringen von "Schwüngen" auf den Rücken zu zwingen. Der Sieg ist gültig, falls der überlegene Schwinger den Unterlegenen mit mindestens einer Hand an der Schwinghose festhält und der Unterlegene den Boden mit beiden Schulterblättern berührt.

Nach dem Ende des Kampfes wischt traditionsgemäss der Sieger dem Verlierer die Sägemehlspäne vom Rücken. 

Wer Sieger des ganzen Wettkampftages ist, darf sich Schwingerkönig nennen. Dieser ist sehr bekannt und beliebt bei den Frauen.

Erfolgreiche Schwinger erhalten keine Preisgelder, sondern Naturalgaben, wie Pferde oder Rinder. Außerdem gibt es traditionelle Gaben, wie Treicheln oder Rosskummets (Geschirre für Nutzvieh). 

Jodlerfest
Das Jodlerfest ist ein Volksfest in der Schweiz, das meist über ein ganzes Wochenende stattfindet. Es gibt dort Wettkämpfe im Jodelgesang, Alphornblasen und Fahnenschwingen. In den Festzelten wird fröhlich gefeiert und in der Kirche gibt es täglich eine besinnliche Mitternacht-Jutz. Ein bunter Festumzug ist der Abschluß des gesamten Jodlerfestes, der meist an einem Sonntag stattfindet. 

Fahnenschwingen
Das Fahnenschwingen ist eine beliebte Tradition in der Schweiz. Es findet bei Volksfesten, wie das Jodlerfest, statt. Dabei versetzen die Fahnenschwinger kurze und mit einem schweren Handgriff versehene Fahnen in verschiedene kunstvolle Schwingungen. Die Fahnen werden hochgeworfen und wieder aufgefangen. Es gibt 46 unterschiedliche Schwünge. Die markantesten Schwünge tragen die Namen von Zentralschweizer Bergen. Es gibt auch Wettkämpfe bei den Fahnenschwingern. Ein Wettvortrag dauert drei Minuten. Vier Jury-Mitglieder beurteilen die Präsentationen, wobei Wert und Schönheit des Vortrags bewertet werden. Es gibt auch Strafpunkte für beispielsweise das Fallenlassen der Fahne oder das Verwickeln des Fahnenstoffes . 

Alpauftrieb /Alpabtrieb

Alpabtrieb

Die Alp ist ein beweidetes Berggebiet, das witterungsbedingt nur in den Sommermonaten von den Landwirten genutzt wird. Im Frühjahr, um Pfingsten herum, findet der Alpauftrieb statt. Genauso wie beim Alpabtrieb, im Herbst, werden dann die Kühe mit Blumen, Treicheln und Glocken reichlich geschmückt durch das Dorf zur Wiese oder in den Stall getrieben. Beim Alpabtrieb werden auch oft die Ernte- und Ertragsprodukte der letzten Saison symbolisch präsentiert und das Ganze wird mit einer Musikkapelle begleitet.

Lawinenhunde

Barry

Um verschüttete Menschen im Schnee zu finden, wurden früher Bernhardiner als Rettungshunde eingesetzt. Hunde können die Verschütteten mit ihrem Geruchssinn besser erspüren als irgendwelche Sonden. Da sie leichter als Menschen sind, besteht auch nicht die Gefahr, dass Schneehöhlen unter ihnen zusammenbrechen. Dass die Hunde ein kleines Rum-Fass an ihrem Hals tragen, ist leider nur eine Erfindung eines Malers. Denn Alkohol würde einem Unterkühlten eher Schaden. Heute werden Bernhardiner nicht mehr als Rettungshunde eingesetzt, weil sie durch Uberzüchtung zu schwerfällig geworden sind. Der wohl berühmteste Bernhardiner ist „Barry“ (ein Schweizer Dialektwort für „Bärchen“), der um 1800 etwa 40 Menschen das Leben gerettet hat.


Sagen vom Glarnerland 

Wie der "Boden" zu Uri kam
Urner und Glarner sollen öfters über die Nutzung der Alpen gestritten haben. Der fortwährenden Raufereien leid, hätten sie sich dazu entschlossen, den Grenzverlauf durch zwei Läufer festlegen zu lassen. Sie sollten unten im Tal starten, sobald der Hahn das erste Mal krähte.

Während der Urner Hahn schlecht genährt und mager war, hatte der Glarner bessere Zeiten hinter sich und schlief deshalb länger. Der vom Hunger geplagte Urner Hahn krähte noch in dunkler Nacht und der Läufer machte sich sofort auf den Weg. Die Glarner verzweifelten fast, ging doch schon die Sonne über den Bergen auf, und der Hahn gab noch keinen Ton von sich.

So kam es, dass der Urner Läufer bereits auf dem Abstieg nach Linthal war, als ihm sein Glarner Konkurrent entgegen kam. Auf Bitte des Glarners liess sich der Urmer noch soweit den Berg hinauf tragen, wie es dessen Kräfte zuliessen. Beim heutigen Grenzverlauf sei der Glarner dann tot zusammen gebrochen. Die Bewohner der beiden Kantone hätten diese Grenze von nun an respektiert. (Quelle: Wikipedia)

Vrenelis Gärtli
Der Glärnisch hat eine würfelförmige, mit Schnee bedeckte östliche Kuppe, genannt Vrenelis Gärtli. Folgende Sage existiert zu diesem Berg:

Vormals war die Kuppe des Berges ein Garten, der mit mehreren weidereichen Alpen einem Hirten gehörte, der eine Tochter namens Vreneli hatte. Diese heiratete einen unbemittelten Jüngling, dessen Mutter das junge Paar zuweilen besuchte. Aber jedesmal, wenn die Schwiegermutter kam, wurde sie von der hochmütigen Tochter schnöde behandelt. Um ihre Reichtümer den Leuten zu zeigen, baute Vreneli eine Treppe von lauter Käse. Und als einst die Schwiegermutter wieder schlecht behandelt und gering bewirtet ins Tal hinabgestiegen war, wünschte sie, daß diese Käse zu Stein und die stolze Sohnesfrau gedemütigt werde. Das geschah und kurz darauf wurde das ganze Besitztum mit ewigem Schnee bedeckt. (mündlich)